Waldkindergarten

Im August 2002 gründete der Verein gemeinsam mit dem „Bund für Umwelt- und Naturschutz“ (BUND, Bremen) die Waldkindergartengruppe ‚WaldWichtel‘.

In die Waldkindergartengruppe gehen 18 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren.

Der Tag beginnt im Regelfall im Stadtwald Bremen. Hier wurden in Zusammenarbeit mit dem Bürgerparkverein abwechslungsreiche und geeignete Plätze ausgewählt. Zur Begleitung steht den Waldwichteln ein Bollerwagen zur Verfügung.

Auf dem für den Tag gewählten Platz wird gefrühstückt und der Vormittag verbracht. Zum Mittagessen gehen die Kinder zum Haus des StadtWichtel e.V., hier steht ihnen ein Ess- sowie ein Gruppenraum zur Verfügung. Im Haus werden die Kinder von den Eltern abgeholt.

Die wichtigsten Fragen beantwortet Ihnen auch folgende Informationsbroschüre, die Anke Hanken verfasst hat und die Sie hier herunterladen können:
broschuere_waldkindergarten.pdf (pdf-Datei, 400 KB).
Weitere interessante Gedanken finden Sie in diesem Artikel von Constanze Wolters:„Jeder_Tag_eine_Herausforderung“ (pdf-Datei, 500 KB).

Kinder

Kinder wollen sich bewegen,
Kindern macht Bewegung Spaß,
weil sie so die Welt erleben,
Menschen, Tiere, Blumen, Gras.

Kinder wollen laufen, springen,
kullern, klettern und sich dreh’n,
wollen tanzen, lärmen, singen,
mutig mal ganz oben steh’n;

ihre Körper so entdecken,
wollen tasten, riechen, schmecken,
und entdeckend hören,
schauen, fühlen,

wach mit allen Sinnen
innerer Bewegung Glück.
Lasst die Kinder dies gewinnen
und erleben Stück für Stück.

(Karin Haffner)

Tagesablauf

Der Tagesablauf im Waldkindergarten folgt einem festen Rhythmus. Es wird ein Wechsel angestrebt zwischen Phasen großer Aktivität und Bewegung und eher ruhiger Beschäftigung.

Frühstück im Wald

Um 8:30 Uhr werden die Kinder zum Treffpunkt im Wald gebracht. Dort können sie zunächst einmal frei spielen. Anschließend trifft sich die Gruppe zum Morgenkreis. Es wird ein Begrüßungslied gesungen und besprochen, welcher Platz im Wald aufgesucht wird.

Beim Platz angekommen, waschen die Kinder ihre Hände mit mitgebrachtem Wasser und machen eine Frühstückspause.

Bei Unwetter oder Krankheit oder auch zu besonderen Anlässen wie z.B. der Weihnachtsbäckerei treffen sich die Waldwichtel im Haus.

An das Frühstück schließt sich eine ausgiebige Freispielzeit an, die von den Erzieher/innen begleitet wird. Alternativ zum Freispiel findet die Arbeit an einem Projekt statt oder Tanzen oder Basteln.

Waldwichtel mit Bollerwagen

Ein Abschlusskreis um ca. 12:00 Uhr beschließt den Vormittag im Wald. Die Kinder gehen zum Haus des StadtWichtel e.V. an der Parkallee.

Dort ziehen sie sich ggf. um, waschen die Hände und essen Mittag. Dabei wird eine ruhige, entspannte Atmosphäre beim Essen angestrebt.

Nach dem Mittagessen und vor dem Abholen haben die Kinder Zeit für ruhiges Spiel im Raum, für das Schmökern in Büchern oder für das Malen. Der Tag endet mit einem Märchenkreis. Bis 14:30 Uhr werden die Kinder abgeholt.

Konzept

Nach dreijähriger Entwicklungszeit des Teams und engagierter Eltern ist nun endlich eine Endfassung der pädagogischen Konzeption fertiggestellt worden. Diese können Sie sich hier anschauen.

Der Prozess der konzeptionellen Auseinandersetzung geht selbstverständlich und mit gleichem Engagement weiter. Siehe auch Pädagogik.

Es ist das Ziel des Waldkindergartens, den Kindern Zeit und Raum zu geben, sich zu entwickeln und ihre Persönlichkeit zu entfalten. Die Gruppe soll neben der Familie dazu beitragen, die Grundbedürfnisse der Kinder wie Sicherheit und Geborgenheit, Liebe, aber auch das Bedürfnis nach neuen Erfahrungen, Selbstständigkeit, Kompetenz und Verantwortung zu erfüllen.
Die Waldwichtel

Im Waldkindergarten haben die Kinder die Möglichkeit, sich gemäß ihren Bedürfnissen zu entfalten und zu betätigen. Jedes Kind kann seinen – dem Alter entsprechenden – Interessen und Fähigkeiten nachgehen.

Durch den Besuch des Waldkindergarten bekommen die Kinder die Möglichkeit, ein Stück „Kindheit in der Natur“ zu erleben, d.h. sie erhalten einen nahezu grenzenlosen Raum, sich frei zu bewegen, sodass der natürliche Bewegungsdrang der Kinder ungehindert ausgelebt werden kann.

Im Waldkindergarten werden die christlichen Feste und Jahreszeitenfeste gefeiert. Im Reigen, den Liedern und Geschichten wird das jahreszeitliche Geschehen und die Stimmung von Festen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten aufgegriffen.

Nicht vorgefertigte Spiele und ein rhythmisch gestalteter Tagesablauf mit viel Zeit zum freien Spiel veranlassen die Kinder, aus sich selbst heraus Ziele zu stecken, Wege zu suchen, Spiele zu erfinden.

Besondere Bedeutung hat die Freispielzeit. Kinder lernen in den ersten sieben Lebensjahren nur durch Spielen. Freispiel bedeutet, dass die Kinder spielen können, wozu sie Lust haben. Es bedeutet aber auch, dass die Kinder sich Gedanken darüber machen müssen, wie sie diese Zeit verbringen. Der Spielort, Spielpartner, Spielverlauf und die Spieldauer wird von den Kindern eigenständig bestimmt. Auch die Intensität und das Tempo ihres Tätigseins gestalten die Kinder. Dabei findet häufig ein Wechsel in den Rollen statt. Die Kinder benötigen beim Spielen keinen engen Kontakt zu den Bezugspersonen, diese sind nur teilweise zur Unterstützung notwendig. Die Kinder erfahren im freien Spiel eine große Unabhängigkeit vom Erwachsenen und werden selbstständig.

Die Förderung der psychomotorischen Entwicklung der Kinder ist ein weiterer Schwerpunkt des Waldkindergartens. Bewegungserfahrungen sind eine der wesentlichsten Grundlagen für eine gesunde und ganzheitliche Entwicklung des Kindes. Kinder entdecken sich und die Welt durch Bewegung. Sie eignen sich die Umwelt über ihren Körper und dessen Sinne an. Je vielfältiger sensomotorische Funktionen geübt werden, um so sicherer werden die Kinder in ihren Bewegungen und um so besser gelingt die Auseinandersetzung mit der Umwelt. Körperbewegungen sind für die Entwicklung des Gleichgewichtssinnes und der Bewegungsempfindlichkeit unerlässlich.

Das Spielen in der Natur fördert nicht nur die Grobmotorik (laufen, klettern, balancieren…), sondern auch die Feinmotorik, denn gerade die Natur bietet vielfältiges Material, das vorsichtig und geschickt angefasst, auseinander genommen oder zusammen gefügt werden muss.

Die Kinder bewegen sich vier Stunden täglich in frischer Waldluft. Die erholsame Umgebung stärkt nachweislich das Immunsystem. Die Kinder sind weniger infekt- und allergieanfällig. Darüber hinaus wird den in unserer heutigen Sitzkultur zunehmend auch schon in Kindheit und Jugend auftretenden Haltungsschäden vorgebeugt.

Stille kann im Wald wieder erlebt werden. Die Kinder erlangen Stabilität durch innere Ruhe, Konzentrationsfähigkeit und eine ausgeprägte Differenzierung des Wahrnehmungs-vermögens. Unmittelbares Erleben, eigene Erfahrungen mit allen Sinnen (Sehen, Hören, Riechen, Tasten) geben Selbstwertgefühl und emotionale Ausgeglichenheit.

Winter im Wald

Kinder begreifen im Wald die komplexen Zusammenhänge der Natur, den jahreszeitlichen Rhythmus der Pflanzen- und Tierwelt, lernen Zahlen, Farben und Formen kennen. Sie lernen umweltbewusstes Handeln, der behutsame Umgang mit jeder Art von Leben wird im unmittelbaren Erleben begriffen.

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